(Paar-)Berater:in/-Therapeut:in (zert.)

Unter diesem Profil sammeln sich Personen mit ganz unterschiedlichen zertifizierten Weiterbildungen – von der spezialisierten Paartherapie über die klassische Ehe-, Familien- und Lebensberatung bis hin zu Methoden wie Trauma-, Schema- oder Hypnosearbeit. Gemeinsam ist allen: eine strukturierte Zusatzausbildung mit Abschluss und die Arbeit mit Paaren. Wie paarspezifisch diese Ausbildung war, ist dagegen sehr unterschiedlich. Der Blick ins einzelne Profil lohnt sich hier also besonders.

Was bedeutet diese Qualifikation?

Hinter der Bezeichnung steht immer eine abgeschlossene, zertifizierte Weiterbildung im beraterischen oder therapeutischen Bereich – vergeben von einem Institut oder Fachverband. Welche das ist, variiert stark. Grob lassen sich drei Gruppen unterscheiden:

Da sind zum einen die Paar-Spezialist:innen: Personen mit einer Weiterbildung, die sich direkt um Paare dreht. Etwa in emotionsfokussierter Paartherapie, integrativer Paartherapie, Paarberatung oder Paar- und Sexualberatung.

Dann gibt es die Beratungs-Allrounder: Ehe-, Familien- und Lebensberater:innen, psychologische Berater:innen, Erziehungsberater:innen oder Sozialtherapiepersonen. Ihre Ausbildung ist breiter angelegt – Paare sind ein wichtiger Teil davon, aber nicht der einzige. Gerade die Ehe-, Familien- und Lebensberatung ist dabei eine traditionsreiche, fundierte Ausbildung, die seit Jahrzehnten in Beratungsstellen gelebt wird.

Und schließlich die Methoden-Spezialist:innen: Personen mit einer Weiterbildung in einer bestimmten Methode, etwa Trauma-, Schema-, Hypnose- oder PBSP-Arbeit oder emotionsfokussierter Einzelarbeit. Sie bringen ein tiefes Werkzeug mit – und setzen es in der Arbeit mit Paaren ein. Ob sie zusätzlich paarspezifisch ausgebildet sind, verrät erst ihr Profil.

Passt diese Qualifikation zu meinen Paarproblemen?

Wenn euer Thema vor allem die Beziehung selbst ist – ständiger Streit, Sprachlosigkeit, Entfremdung, eine Affäre, die Frage nach Trennung –, seid ihr bei einer Person mit paarspezifischer Weiterbildung oder einer Ehe-, Familien- und Lebensberatung meist sehr gut aufgehoben.

Wenn hinter euren Paarproblemen noch etwas anderes steckt, kann eine Methoden-Spezialisierung genau der Schlüssel sein. Eine traumatherapeutische Weiterbildung etwa hilft, wenn frühere Verletzungen immer wieder in die Beziehung hineinfunken. Eine schematherapeutische, wenn ihr beide das Gefühl habt, immer wieder in dieselben alten Rollen zu fallen. Gleichzeitig gilt: Eine noch so gute Methode ersetzt keine Paarerfahrung. Achtet also darauf, ob die Person im Profil auch regelmäßig mit Paaren arbeitet.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung.

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