Familientherapeut:in/-berater:in (zert.)

Eine Person mit diesem Profil hat eine zertifizierte Weiterbildung in Familienberatung oder Familientherapie. Ihr Blick reicht über das Paar hinaus – auf Kinder, Eltern, Schwiegereltern, Ex-Partner:innen und alle, die sonst noch im Leben eine Rolle spielen. Das passt besonders gut, wenn eure Paarprobleme eng mit der Familie verwoben sind: Streit über Erziehung, Patchwork-Chaos, die Frage, wo zwischen Elternsein und Paarsein eigentlich noch Platz für euch bleibt. Ob die Person auch speziell paartherapeutisch ausgebildet ist, zeigt ihr Profil.

Was bedeutet diese Qualifikation?

Hinter der Bezeichnung steht eine abgeschlossene, zertifizierte Weiterbildung, die Familien als Ganzes in den Mittelpunkt stellt. Viele dieser Ausbildungen haben systemische Wurzeln – kein Zufall, denn die systemische Arbeit ist historisch aus der Familientherapie entstanden. Es gibt aber auch familientherapeutische Weiterbildungen mit anderen Schwerpunkten, etwa nach Virginia Satir, strukturell oder tiefenpsychologisch orientiert.

Gemeinsam ist allen die Grundidee: Ein Problem gehört selten nur einer Person. Wenn das Kind nachts nicht schläft, die Schwiegermutter jeden Sonntag „nur kurz“ vorbeikommt und die Ex-Frau die Wochenendplanung diktiert, dann ist das kein Paarproblem. Und auch kein Familienproblem. Sondern beides gleichzeitig. Familientherapiepersonen haben gelernt, genau dieses Geflecht sichtbar zu machen – inklusive der unausgesprochenen Regeln, Loyalitäten und Rollen, die oft über Generationen weitergereicht werden.

Passt diese Qualifikation zu meinen Paarproblemen?

Sehr gut aufgehoben seid ihr hier, wenn eure Beziehung vor allem im Familiengefüge knirscht. Ihr streitet immer wieder über Erziehungsfragen. Seit die Kinder da sind, seid ihr nur noch Team Organisation – und kaum noch Team Liebe. Ihr lebt in einer Patchworkfamilie und jongliert mit Kindern, Ex-Partner:innen und zwei Haushalten. Die Herkunftsfamilie eines Partners mischt kräftig mit. Oder ihr trennt euch und wollt trotzdem gute Eltern bleiben.

Ein weiterer Vorteil: Bei Bedarf können Kinder oder andere Familienmitglieder mit einbezogen werden. Nicht als Zuschauer:innen, sondern als Teil der Lösung.

Genauer hinschauen solltet ihr, wenn es eher um das Innerste eurer Paarbeziehung geht – um Nähe, Vertrauen nach einer Affäre, Sexualität oder die Frage, ob ihr überhaupt noch zusammenbleiben wollt. Dann ist eine zusätzliche paartherapeutische oder sexualtherapeutische Qualifikation hilfreich.

Hinweis: Dieser Text dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle therapeutische Beratung.

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